funktionsweise einer spritzgussmaschine

Die Verfahrensparameter Materialtemperatur, Werkzeugtemperatur, Einspritzdruck, Nachdruck und die jeweiligen Zeiten sind für jeden Kunststoff verschieden. Ihre optimale Einstellung und die entsprechende Erfahrung der Mitarbeiter, sind für die Herstellung fehlerfreier Formteile unabdingbar.

 

Die Herstellung von Kunststoffartikeln mit einer Spritzgussmaschine läuft in mehreren aufeinanderfolgenden Zyklen ab und zählt deshalb zu den diskontinuierlichen Verfahren der Kunststoffverarbeitung.

 

Zunächst wird der Kunststoff in Form von getrocknetem Granulat aus einem Trichter in die Spritzeinheit der Spritzgussmaschine gebracht. Durch die Reibung an einer rotierenden Förderschnecke und gleichzeitiger Erwärmung wird der Kunststoff aufgeschmolzen (plastifiziert). Diese Schmelze sammelt sich vor der Spitze der zurückweichenden Schnecke bis die Menge zur Füllung des Werkzeugs ausreicht. Jetzt wird die Schmelze unter hohem Druck (mehrere hundert bis über 1000 bar) über eine Düse und den Angusskanal in den formgebenden Hohlraum des Spritzgiesswerkzeugs gedrückt.

 

Nun beginnt sich die Schmelze im Hohlraum abzukühlen und zu schrumpfen (Schwund). Dies kann zu Einfallstellen führen. Deshalb wirkt ein reduzierter Druck als Nachdruck noch so lange auf die Schmelze bis der Anguss erstarrt ist. Anschliessend wird die Schnecke zurückgezogen und für den nächsten Zyklus erneut gefüllt. In der Zwischenzeit kühlt der Kunststoffartikel ab, bis er schliesslich beim Öffnen des Werkzeugs durch Stifte, Platten oder Druckluft ausgestossen wird.

 

Das durch die Abkühlung im Angusskanal des Werkzeugs verbleibende erstarrte Material, der sogenannte Anguss, wird entweder beim Öffnen des Werkzeugs automatisch abgetrennt, oder verbleibt zunächst am Kunststoffartikel und muss mechanisch entfernt werden.